Pferde im Winter: Fit für die Winterweide

Pferde sind wahre Naturburschen, denn sie fühlen sich auch bei Schnee und Kälte wohl. Viel frische Luft, Bewegung und Abwechslung tut Deinem Lieblingsvierbeiner gut – unabhängig von der Jahreszeit. Doch gerade im Winter gibt es einige Veränderungen: Bewegungseinschränkungen, erhöhter Energiebedarf und Fellwechsel. Damit Dein Pferd gesund und munter durch die winterliche Jahreszeit kommt, beachte folgende Hinweise.

Weidegang mit Pferd im Winter

Kälte ist für gesunde und gut trainierte Pferde kein Problem. Haut und Unterhautfettgewebe wirken isolierend, das atmungsaktive Fell bietet zusätzlichen Schutz. Steht Dein Pferd in der Box oder hat es sich schon länger nicht mehr ausgiebig bewegt, solltest Du einen ‚Kaltstart’ vermeiden. Am besten lässt Du sich Deinen Vierbeiner vor dem Weidegang in der Halle etwas warmlaufen.

Frost auf der Weide mag zwar schön aussehen, doch die Aufnahme von gefrorenem Gras kann Magenbeschwerden verursachen. Kotwasser und Koliken können die Folgen sein. Sind bei Deinem Pferd Probleme aufgetreten, hilft eine Sanierung der Darmflora. Sind Pferde eine ganzjährige Weidehaltung gewöhnt und damit auch frostiges Gras, ist hier die Gefahr etwas geringer.

Wichtig ist, dass die Pferde nicht hungrig auf die Koppel gehen. Sorge zuerst für ein ausgiebiges Frühstück aus gutem Heu. Auf dem Auslauf steht im Idealfall Raufutter in einer überdachten Heuraufe bereit. So kommt Dein Lieblingsvierbeiner erst gar nicht in die Versuchung, sich an dem eisigen Gras zu bedienen. Die Aufnahme von giftigen Substanzen, wie beispielsweise Blätter oder Nadeln von diversen Bäumen vermeidest Du so ebenfalls.

Brombeer- und Himbeersträucher können hingegen guten Gewissens beknabbert werden, die Blätter sind gesund und liefern Gerbstoffe sowie Vitamin C. Auch die Verschnitte von Weide, Obstbäumen und Birke eignen sich prima als Leckerei und sorgen für Beschäftigung.

Aufgepasst: Bewegt sich Dein Pferd im Winter weniger, besteht die Gefahr, dass die Gelenke ‚einrosten’ – vor allem bei älteren Pferden. Ist eine ausreichende Arbeit mit dem Pferd nicht möglich, empfiehlt sich eine Zufütterung eines Vital-Mix aus Ingwer, Teufelskralle, Hagebutte, um den Bewegungsapparat und die Gelenke natürlich zu unterstützen.

Achtung: Stolperfalle – Galoppieren auf vereistem Boden

Bei Minustemperaturen nimmt der Boden eine Härte an, die empfindliche Pferdebeine strapazieren kann. Alte Maulwurfshügel oder kleine Löcher können Stolperfallen werden, gerade wenn sie unter der Schneedecke nicht zu erkennen sind. Bevor der große Frost kommt, sollten Löcher möglichst begradigt werden, um Unfälle zu vermeiden.

Ist die Weide vereist, können die Hufeisen mit kleinen Widia-Stiften ausgestattet werden. So senkst Du die Rutsch- und Sturzgefahr auf glattem Boden erheblich.

Teste regelmäßig die Bodenbeschaffenheit der Weide. Ist der Boden durch Tauwetter und Nässe aufgeweicht, entstehen während des Weidegangs durch Spielen und Toben leicht tiefe Löcher. Im Idealfall hat man im Winter einen von der Sommerweide getrennten Winterauslauf, um derartige Schäden zu vermeiden.

Erhöhter Energiebedarf & winterliche Nahrung

Ein Teil der Energie, die durch Futter zugeführt wird, wandelt Dein Pferd in Körperwärme um. Je kälter, desto mehr Energie wird verbraucht, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Dementsprechend steigt der Energiebedarf Deines Pferdes im Winter.

Raufutter

Da im Winter kein frisches Weidegras auf dem Speiseplan steht, ist die Fütterung von Raufutter (Heu und Stroh) besonders wichtig. Als Mindestaufnahmemenge rechnet man mit 1,5 kg Heu plus Stroh pro 100 kg Pferdegewicht pro Tag. Stelle Deinem Pferd das Raufutter am besten zur freien Aufnahme zur Verfügung. Achte dabei auf eine möglichst hohe Qualität des Raufutters. Minderwertiges Heu enthält weniger Nährstoffe und kurbelt die Verdauung nicht ausreichend an – der Pferdedarm ist zur Gesundhaltung des Pferdes auf die regelmäßige Zuführung von Raufaser angewiesen. Achte darauf, dass Deinem Pferd täglich frisches Heu und Stroh zur Verfügung steht.

Kraftfutter

Je nach Belastung und Arbeitsintensität des Pferdes kann im Winter Kraftfutter gefüttert werden. NebenLuzerne-Pellets und Müsli kommt hier als gängigste Getreideart der Hafer zum Einsatz. Eine schöne Alternative sind Heucobs. Angereichert mit wertvollen Kräutern, die den Stoffwechsel unterstützen und wichtige aber vor allem natürliche Vitamine, Mineralien und Spurenelemente liefern.

Brennnesselkraut und Löwenzahnkraut helfen ebenfalls den Stoffwechsel anzukurbeln, versorgen Dein Pferd mit natürlichen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Kaltgepresste Öle (z.B. Leinöl) liefern Energie und sind dabei gut für die Haut und das Fell. In der Regel bewegt sich Dein Pferd im Winter deutlich weniger, passe dementsprechend die Kraftfuttermenge an. Zu beachten: Füttere Dein Pferd erst nach dem Weidegang mit Kraftfutter. Sonst kann es zu Verdauungsstörungen kommen.

Mash

Mash ist im Winter als Ergänzung und Abwechslung gerne gesehen – vor allem bei älteren Pferden. Der Mix wird aus Weizen- oder Haferkleie, Haferschrot, gekochten Leinsamen oder Flohsamen, Sonnenblumenkernen, ergänzt mit einigen Kräutern und warmem Wasser zubereitet, ist leicht verdaulich und regt die Verdauung an. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Pferde immer über eine ‚warme Mahlzeit’ freuen.

Saftfutter

Saftfutter ist nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern liefert zusätzliche wichtige Vitamine. Sorge dafür, dass Dein Pferd auch im Winter ab und zu frisches Futter bekommt: Karotten, Äpfel oder auch Bananen eignen sich besonders. Füttere jedoch mit Bedacht, denn hier ist die Menge entscheidend.

Mein Tipp: Um die natürlichen Abwehrkräfte Deines Pferdes im Winter zu stärken, empfehle ich Bierhefe oder Hagebuttenschalen. Beide enthalten wertvolle Spurenelemente, die zum Aufbau des Winterfells benötigt werden. Zusätzlich regt die Bierhefe den Appetit an und steigert die Kondition. Hagebuttenschalen eignen sich super als gesundes und kalorienarmes Leckerli – auch für leichtfuttrige Pferde. Warum die Hagebutte rundum eine Superfrucht ist, berichte ich hier.

Der Fellwechsel beim Pferd

Zum Aufbau des Winterfells braucht Dein Pferd mehr Spurenelemente (z.B. Zink, Kupfer, Selen) und die fettlöslichen Vitamine A und E. Vor allem bei Pferden, die im Sommer wenig bewegt wurden, älteren Pferden und Turnierpferden steigt der Bedarf an Spurenelementen zur Zeit des Fellwechsels an.

Zeichen von einem Mangel an Spurenelementen und Vitaminen können ein stumpfes oder/schuppiges Fell, Hufbrüchigkeit und eine höhere Anfälligkeit für Infekte sein, welche oft mit Mauke einhergeht. Durch eine Zufütterung von natürlichen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien kann dem Mangel leicht entgegengewirkt werden.

Mit einer ausgewogenen Fütterung sowie Heu und Stroh als Raufutter, wird Dein Pferd mit allen wichtigen Nährstoffen über den Winter gesund versorgt. Falls Du Dir unsicher bist, wie gut Dein Liebling ‚ausgerüstet’ ist, kann ein Check-up auf Spurenelemente im Blut zeigen, ob Mängel vorliegen.

Wie bringst Du Dein Pferd gesund und fit durch den Winter? Wie sieht Deine Bewegungs- und Nahrungsroutine aus? Teile Deine Tipps mit mir und den anderen Lesern in den Kommentaren!

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