Hühner im Winter – Die richtige Haltung und Fütterung

Hühner kommen im Winter sehr gut zurecht, sie gehören zum robusten Geflügel und ihr Federkleid schützt sie vor Kälte und Wind. Tatsächlich mögen Hühner kalte Temperaturen sogar lieber als Hitze. Langanhaltende Nässe und Dauerschneefall können jedoch sehr herausfordernd für die Tiere werden. Daher müssen die Hühnerhaltung und das Hühnerfutter im Winter angepasst werden.

Wie halte ich meine Hühner im Winter? - 10 Tipps auf einen Blick

    1. Vor dem ersten Frost Schneefanggitter auf den Dächern anbringen
    2. Zugluft vermeiden: Alle Fenster gut verschließen und abdichten
    3. Stall, Legenest und Gehege regelmäßig säubern und bei der Einstreu nicht sparen
    4. Trockenes Stallklima schaffen, denn das Geflügel mag keine Nässe
    5. Für warme Füße sorgen: Im Stall Holzspäne ausstreuen und darüber Stroh verteilen
    6. Staubbad zur Verfügung stellen: Es dient der Ungezieferbekämpfung und saugt Feuchtigkeit im Gefieder auf
    7. Achte darauf, dass Deine Hühner ein intaktes Federkleid haben ohne Löcher
    8. Regelmäßiges Lüften vertreibt muffige Luft
    9. Wärmelampen bei längeren Wintereinbrüchen aufstellen
    10. Für ausreichend Beschäftigung sorgen, um Federpicken zu vermeiden

    Hühnerfutter im Winter

    Im Winter haben Hühner einen höheren Stoffwechsel, da sie gegen die Kälte ankämpfen und ein starkes, wärmendes Gefieder ausbilden müssen. Der Organismus muss dafür die nötige Energie zur Verfügung stellen. Ein nahrhaftes, fettiges Futter mit allen nötigen Nährstoffen ist die Voraussetzung dafür.

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    Energiereiches Futter

    Nüsse, Sonnenblumenkerne und Haferflocken sind wahre Energielieferanten und regen die Fettproduktion der Tiere an. Du kannst zusätzlich zum Futter etwas Öl hinzugeben, Distelöl eignet sich sehr gut.

    Bierhefe für Federn und Haut

    Für die Ausbildung des Federkleides empfehlen wir täglich eine Portion Bierhefe unter das Futter zu mischen. Bierhefe versorgt Dein Geflügel mit wichtigem Vitamin B und unterstützt Haut und Federn.

    Ausreichend Grünfutter

    Im Winter gibt es in der Regel weniger Grünfutter für die Tiere zum aufpicken. Daher achte bei der Versorgung Deiner Hühner auf eine ausreichende Zufütterung. Folgendes Grünfutter kannst Du auch im Winter Deinen Hühnern füttern:

      • Junge Brennnesseln
      • Gras, auch als Grasschnitt
      • Luzerne oder Klee (der ist winterhart und findet sich am Feldrand)
      • Wohlfühlkräuter
      • Kräuter wie Oregano, Petersilie, Lauch
      • Karottengrün

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        Sauberes, frostfreies Wasser

        Deine Hühner müssen jederzeit freien Zugang zu sauberem Wasser haben. Im Winter gilt es zudem, das Wasser frostfrei zu halten. Bei Schneefall sollten Wasser- und Futternäpfe in den Stall gebracht werden. Wenn sie zugeschneit sind, kommen die Tiere nicht mehr an das Wasser und Fressen heran.

        Wenn Du einen Stromanschluss in der Nähe des Hühnerstalls hast, kannst Du Tränkenwärmer nutzen. Das sind Heizplatten, die unter die Tränke gestellt werden und das Wasser frostfrei halten.

        Alternativ kannst Du die Tränken mit warmem Wasser per Hand von Frost befreien. Je nachdem wie kalt der Winter ist, kann das schon aufwendig sein.

        Für Beschäftigung sorgen

        Du kannst im Stall Heunetze mit Luzernen füllen und an der Decke befestigen. So werden die Tiere beim Picken zusätzlich beschäftigt. Auch Futterbälle eignen sich sehr gut für mehr Ablenkung und Beschäftigung, wenn es draußen kalt ist. Gefüllte Futterbälle mit Grünfutter, Salat, Obst, Gemüse und anderen Essensresten wirken Wunder gegen Langeweile bei Hühnern und verringern das Federpicken.

        Tipp: Bringe die Futterhalterungen nicht unterhalb von Sitzstangen an, damit das Futter nicht mit dem Kot der Tiere verunreinigt wird.

        Eine weitere Beschäftigung für Hühner im Winter sind Mineralsteine. Sie regen die Aktivität der Tiere an und lenken sie auf Dauer vom Federpicken ab. Zusätzlich nehmen Hühner so lebenswichtige Salze, Mineralien und Spurenelemente wie Calcium, Magnesium und Zink auf. Das fördert den Knochen- und Federaufbau sowie den Stoffwechsel.

        Legen Hühner im Winter Eier?

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        Hühner legen im Winter etwas weniger Eier als zu anderen Jahreszeiten. Aber sie legen, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.

        Entscheidend für die Eiproduktion ist Licht. Denn die Erzeugung von Eiern hängt von der Lichtquelle und Lichtdauer ab. Im Winter nehmen bekanntlich die Lichtdauer und Intensität ab, das verringert die Legeleistung der Tiere.

        Wenn also Deine Hühner im Winter weniger oder gar keine Eier legen, so liegt das an fehlender Lichtquelle.

        Ein zweiter Faktor ist die Mineralstoffversorgung der Tiere. Haben Hühner zu wenige Mineralstoffe, vor allem Calcium, können sie keine Eier produzieren. Der Organismus behält dann die Mineralstoffe für die eigene Versorgung und für die Ausbildung des Federkleides ein.

        Eine natürliche Calciumquelle für Hühner ist Muschelgrit. Es unterstützt die Eibildung und beugt Mangelerscheinungen vor. Hühnerhalter wissen, wie wichtig die geschroteten Muschelschalen für das Geflügel sind.

        Kann man Hühner in den Schnee lassen?

        Hühner können auch ins Freigehege, wenn es schneit. Allerdings werden sie es bei Schnee nur wenig nutzen. Denn die Tiere halten sich nicht gerne im Schnee auf, schon gar nicht wenn er gerade vom Himmel fällt.

        Beim Freigehege im Winter muss zudem darauf geachtet werden, dass der Boden im Auslauf nicht zu matschig und nass ist. Ansonsten können auch Hühner bei zu viel Nässe erkranken.

        Bei Minusgraden besteht zudem die Gefahr, dass Kamm und Kehllappen abfrieren. Diese kannst Du mit Melkfett eincremen.