In der Tierarzt-Sprechstunde interviewt AniForte heute den Tierarzt Philipp Schledorn zum Vestibularsyndrom beim Hund. Hierbei handelt es sich um eine Störung des Gleichgewichtsinns, die ohne Vorankündigung auftritt. Die Tierarzt-Sprechstunde soll es Dir ermöglichen medizinische Beispielfälle aus erster Hand kennen zu lernen. Philipp Schledorn berät mit seiner Fachkompetenz in tiermedizinischen Fragen.
AniForte®: Herr Dr. Schledorn, wie sieht ein typischer Fall des Vestibularsyndroms aus?
Dr. Schledorn: Ich habe aktuell den Fall eines 12jährigen Labradors namens Max, der um vier Uhr morgens in die Klinik eingeliefert wurde. Die Hundebesitzer waren bereits am Telefon sehr verzweifelt, da sie vermuteten ihr Tier leide an einem Schlaganfall. Da die Symptome ganz plötzlich aufgetreten waren, wollten sie sofort in die Klinik kommen. Sie trugen Max in einem Bettlaken – er konnte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sicher laufen. Als ich den Hund sah, ahnte ich sofort, was passiert sein musste. Der Hund hielt seinen Kopf schief, seine Augen zuckten und bewegten sich ruckartig von links nach rechts. Diese Bewegungen nennen wir Nystagmus. Nach der gründlichen Untersuchung bestätigte sich das Erkrankungsbild eines geriatrischen Vestibularsyndroms.
AniForte®: Was genau ist ein Vestibularsyndrom?
Dr. Schledorn: Unter Vestibularsyndrom verstehen wir eine Störung des Gleichgewichtsorgans. Wir und der Hund haben zwei solcher Organe. Diese liegen jeweils im rechten und linken Innenohr. Wenn eines der beiden Gleichgewichtsorgane ausfällt, erhält das Gehirn keine konkreten Informationen mehr, wo oben und unten ist. Der Hund hat das Gefühl, ständig in Bewegung zu sein. Das verursacht Übelkeit. Erinnern Sie sich noch an die letzte Achterbahnfahrt? Wenn wir aussteigen und wieder Boden unter den Füßen haben, benötigen wir einen kurzen Moment, um uns wieder zu orientieren. In den ersten Stunden der Krankheit fühlt sich Max pausenlos so, als ob er Achterbahn fährt oder seekrank ist. Das ist natürlich sehr unangenehm.
AniForte®: Was sind die Anzeichen für ein Vestibularsyndrom?
Dr. Schledorn: Das plötzliche Auftreten der Symptome ist charakteristisch für die Erkrankung. Max zeigte von jetzt auf gleich ohne kontinuierliche Verschlechterung folgende Symptome:
- den beschriebenen Nystagmus, also die Augäpfel bewegen sich ununterbrochen ruckartig von rechts nach links
- die Kopfschiefhaltung
- einen schwankenden, unsicheren Gang. Zum Teil lief Max nur im Kreis als wäre er betrunken.
- Orientierungslosigkeit
- Erbrechen - Die Familie von Max berichtete mir, dass er Zuhause erbrochen hatte und er speichelte vermehrt
- Schwierigkeiten bei der Futteraufnahme
AniForte®: Was ist die Ursache für das Vestibularsyndrom beim Hund?
Dr. Schledorn: Zurzeit gibt es nur Vermutungen, warum das Syndrom entsteht. Hierzu zählt eine schwere Ohrenentzündung, die zur Erkrankung des Gleichgewichtsorgans führt. Auch eine akute Durchblutungsstörung wird als Ursache vermutet.

AniForte®: Wie ist der Krankheitsverlauf bei einem Vestibularsyndrom?
Dr. Schledorn: Natürlich sind die Symptome sehr unangenehm, aber in der Regel tritt nach drei Tagen eine deutliche Besserung auf und der Hund kann danach sicher noch ein hundewertes Leben führen. Das Augenzucken stellt sich in der Regel nach zwei bis drei Tagen deutlich ein. Der schwankende Gang wird auch im Verlauf der ersten Woche deutlich stabiler. Die Kopfschiefhaltung kann allerdings sehr lange bestehen bleiben. Aber Max wird sich damit arrangieren können und noch ein beschwerdenfreies Leben führen können.
Man darf nicht vergessen, dass nicht nur Max geholfen werden muss, sondern auch seiner Familie. Es ist für uns alle schrecklich unseren Hund, der in jedem Haushalt heute ein festes Familienmitglied ist, so leiden zu sehen. Für mich war es besonders wichtig, dass ich Max´ Familie, nachdem ich ihn versorgt hatte, in Ruhe erklären konnte, wie die Aussichten für ihren Hund sind.
AniForte®: Wie konnten Sie Max helfen?
Dr. Schledorn: Zunächst habe ich Max gründlich untersucht, hierzu zählt eine allgemeine Untersuchung, besonders der Ohren, sowie eine Blutuntersuchung. Nachdem ich sicher war, dass keine andere Ursache für sein Verhalten verantwortlich sein kann, haben wir als erstes die Durchblutung durch Infusionen gefördert. Max bleibt im Anschluss, je nach nachdem wie schnell die Genesung voranschreitet, zwei bis drei Tage bei mir in der Klinik. Um den Brechreiz zu stoppen, erhält Max ein Arzneimittel gegen Übelkeit. Wichtig ist es, dass Max auch nach dem Klinikaufenthalt weiterhin täglich ein durchblutungsförderndes Arzneimittel erhält. Gerne verabreiche ich noch ein Vitamin-B Präparat, welches die Nervenfunktion verbessert.
In den ersten Tagen in der Klinik füttere ich Max aus der Hand, weil ihm die Futteraufnahme aus dem Napf sehr schwer fällt.
Auch Max‘ Besitzer haben mich gefragt, wie lange Ihr Familienliebling in der Klinik bleiben soll. Meine Antwort ist immer dieselbe: Das hängt von Max ab. Je nachdem, wie schnell er sich erholt. In der Regel bleiben die Hunde zwei bis drei Tage zur Infusion, zusätzlichen Therapie und intensiven Pflege in der Klinik.
Also kurz zusammengefasst heißt das:
- Infusionen in der Klinik, um das Gleichgewichtsorgan schnell besser zu durchbluten.
- Ein Arzneimittel gegen Übelkeit
- Vitamin-B-Präparat zur Unterstützung der Nervenfunktion (z.B. Bierhefe oder Spirulina)
- Fütterung aus der Hand, kleine Portionen
AniForte®: Ist das Vestibularsyndrom beim Hund ein Grund, um ihn zu erlösen und gehen zu lassen?
Dr. Schledorn: Für einige Hundebesitzer stellt sich die Frage, ob sie ihren alten Weggefährten so augenscheinlich leiden lassen möchten. Aber ich sage klar und deutlich: das Vestibularsyndrom beim Hund ist kein Grund, um ihn zu erlösen. Die Hundehalter sehen ihren Hund leiden. Das tut weh, aber innerhalb kurzer Zeit nach der Behandlung machen die Vierbeiner in der Regel schnell Fortschritte.
AniForte®: Kann es beim Vestibularsyndrom zu Rückschlägen in der Heilungsphase kommen?
Dr. Schledorn: Max ist mit seinen 12 Jahren schon in einem fortgeschrittenen Alter. Das bedeutet, dass auch die Regeneration etwas länger dauern kann. Natürlich kann ein erneutes Vestibularsyndrom auftreten, so wie jede Erkrankung erneut auftreten kann.
AniForte®: Wie geht es weiter, wenn Max nach Hause kommt?
Dr. Schledorn: Wenn Max Zuhause ist sollte er von Woche zu Woche Fortschritte machen. Diese Beobachtung ist wichtig. Um die Fortschritte zu erkennen empfehle ich Max’ Familie eine Checkliste zu erstellen. Die Liste soll ihnen Mut machen und die Entwicklung von Max festhalten. Das ist besonders wichtig in den ersten Tagen.
- Kann Max ohne Probleme wieder aufstehen?
- Hat er noch einen schwankenden Gang?
- Hat er noch eine Kopfschiefhaltung?
- Zeigt er noch Erbrechen?
- Hat er noch Schwierigkeiten bei der Futteraufnahme?
- Zeigen seine Augen noch den typischen Nystagmus?
Diese Checkliste kann gemeinsam mit dem Tierarzt bei den regelmäßigen Nachuntersuchungen durchgegangen werden.
AniForte®: Was muss Max` Familie in den ersten Tagen beachten?
Dr. Schledorn: Wichtig ist eine ruhige Umgebung. Fliesen und andere glatte Böden sollten mit Teppichen ausgelegt werden, damit Max sicherer durch die Wohnung laufen kann. Die Fütterung erfolgt in den ersten Tagen per Hand, hier sollte ein leicht verdauliches Futter angeboten werden. Lieber mehrmals kleine Portionen füttern als einmal eine große Portion. Das entlastet den Organismus. Beim Spaziergang sollte Max an der Leine geführt werden. Wenn nötig, kann bei den ersten Gassi-Runden auch ein Handtuch unter dem Bauch die nötige Sicherheit bieten. Max sollte regelmäßig zur Kontrolle beim Tierarzt vorgestellt werden, damit der Fortschritt der Genesung kontrolliert werden kann.
AniForte®: Wie kann man als Hundebesitzer gegen das Vestibularsyndrom vorbeugen?
Dr. Schledorn: Alte Hunde sollten regelmäßig untersucht werden. Zum Beispiel sollten Sie als Hundehalter die Ohren Ihrer Lieblinge immer wieder prüfen. Es wäre schrecklich, wenn eine schwere Ohrentzündung zur Schädigung des Gleichgewichtsorgans führt.
AniForte®: Warum wird das Vestibularsyndrom auch als Schlaganfall beim Hund bezeichnet?
Dr. Schledorn: Mit dem eigentlichen Schlaganfall, an dem wir Zweibeiner erkranken können, ist das Vestibularsyndrom nicht zu vergleichen. Gemeinsam haben sie nur, dass die Symptome von jetzt auf gleich auftreten. Der Schlaganfall beim Zweibeiner entsteht durch eine Erkrankung im Herzkreislaufsystem, das Vestibularsyndrom beim Hund wird durch eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr verursacht.
AniForte®: Vielen Dank für das interessante Gespräch.
Dr. Schledorn: Vielen Dank für die Einladung. Ich wünsche allen Lesern und ihren Hunden viel Gesundheit oder schnelle Genesung.
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Die Symptome für das Vestibularsyndrom sind anhand der Tipps von Tierarzt Philipp Schledorn leicht selbst zu erkennen. Deinen Hund schützt Du, besonders im Alter, am besten durch Tierarztbesuche und die regelmäßige Untersuchung seiner Ohren.
Du hast Erfahrungen mit dem Vestibularsyndrom bei Deinem Hund gemacht? Dann teile Deinen Bericht gerne in den Kommentaren.
Übrigens: Es gibt auch das kogenitale Vestibularsyndrom beim Hund, eine seltene Erbkrankheit. Die Symptome ähneln dem Vestibularsyndrom und lassen sich auf eine angeborene Störung des Gleichgewichtsinns zurückführen, allerdings kann Taubheit hinzukommen. Die Anzeichen zeigen sich bereits in den ersten Lebenswochen eines Welpen. Zwar ist keine Behandlung möglich, aber der Zustand des Hundes bessert sich meist schon im zweiten Lebensmonat, so dass er noch ein gutes Leben führen kann. Nachwuchs sollte er allerdings nicht zeugen, da die Krankheit vererbt wird.
Es ist wichtig für Besitzer von alten Hunden die Symptome zu kennen. Wanda hatte mit 15 1/2 den ersten Anfall, obwohl sie bereits zuvor Karsivan erhielt. Von dem hat sie sich gut erholt. Dann bekam sie zusätzlich einen Vitamin B Komplex und homöpathisches gegen Schwindel. Trotzdem kam 4 Monate später der zweite Anfall. Der schien zwar schwächer, dafür dauert die Erholung länger und sie braucht nach wie vor bei Gangartwechseln und ähnlichem kleine Ausgleichsschritte und wirkt allgemein wackliger. Dennoch konnte sie inzwischen ihren 16ten Geburtstag feiern und ist ansonsten soweit fit.
Danke für diesen tollen informstiven Bericht !
vielen Dank für diesen tollen Bericht. Mein Hund ist ein 11,8 Jahre alter Labrador-Retriever, ich bin dankbar für jeden Tag, an dem er mich begrüßt, den ich mit ihm verbringen darf. Natürlich macht mir so ein Bericht auch Angst, was mit einem Senior so alles passieren kann. Es ist aber sehr wichtig, dann richtig zu reagieren, wenn dieser Fall eintreten sollte, ebenso die Magendrehung, ich füttere ihn prinzipiell nach dem Gassigang, damit er sich danach ausruhen kann. Ich füttere ihn auch getreidefrei, um eine Gasbildung zu vermeiden. Also nochmals vielen Dank. Unser Tierarzt Dr. Fischer aus der Dresdner Neustadt hat auch sein Studium in der veterinärmedizinischen Klinik in Leipzig absolviert, auch ein sehr kompetenter, fähiger und noch dazu tierlieber, sympatischer Arzt, scheint an Leipzig zu liegen.
So gut die Aussichten hier auch beschrieben werden, ist unser Tobi am 06.10.18 nach zwei Tagen gestorben. Freitag morgen die typischen Symptome gezeigt, schwankender Gang, Kopfschiefstellung, Augenbewegungen. Beim TA Injektion und Infusion bekommen, im Verlauf des Tages wurde es noch schlechter und wir waren nochmal beim TA, gleiche Prozedur. Konnten dann erst am Samstag Nachmittag auf Abruf nochmal zum TA, da konnte er sich schon gar nicht mehr auf den Beinen halten, wollte nicht fressen usw... Nochmal Injektion und Infusion, es wurde nicht besser. TA meinte es sollte nach 2-3 Tagen besser werden. Hatte ihn dann Samstag abend bei mir, er lag auf seinem Platz und konnte sich nicht rühren, nur ab und zu den Kopf heben. Als ich später nochmal nach ihm schaute, war es leider schon zu spät ;-( Ich war am Boden zerstört. Unser TA erwies sich jetzt auch nicht als hilfreich bei der Aufarbeitung bzw Erklärung. Da kam gar nichts, warum oder wieso das möglicherweise so gelaufen ist. Das hat mich ziemlich enttäuscht, wir waren so lange schon bei Ihm in der Praxis, mit Tobi von Anfang an. Im November wäre er 15 geworden. Er war soweit noch relativ fit für sein Alter, außer einem Nebennierenleiden hatte er nichts.
Ich habe nun schon einige Seiten zum Thema Vestibulärsyndrom durchforstet, überall steht dass es nicht weiter besorgniserregend sei. Leider war das bei uns nicht der Fall, deshalb auch dieser Kommentar hier.
Vestibularsyndrom
Danke für den tollen Bericht! Meine Schäferhündin lebt seit 2 Jahren gut mit ihren Medikamenten und das Vestibularsyndrom konnte dadurch vollständig eingeschränkt werden. Wer seinen Hund aufrichtig liebt sollte den Weg mit ihm durchgehen, auch wenns schwer fällt, aber einen Menschen mit Schlaganfall schläfert man ja auch nicht ein! Die Geduld und der Zeitaufwand hat sich gelohnt und wir haben nochmal 2 schöne Jahre, fast komplett beschwerdefrei miteinander verbracht, sie ist 12 1 /2 Jahre jetzt! Durch ihre Medikamente war es für andere teils nicht mal ersichtlich dass sie eine alte, kranke Dame ist, und grosse Spaziergänge wie auch Stöckchen werfen war mit drin! Obwohl ich sie bei akutem Ausbruch am Anfang 2 Monate lang die Treppen in den 02. Stock getragen habe. Die Erkrankung erschreckt einen nur Anfangs, aber wenn man sich damit auseinandersetzt und ausreichend informiert kann man als Hundebesitzer und auch als Hund gut damit leben und klar kommen. Allen Mitleidenden alles Gute und viel Glück und Erfolg! Liebe Grüße Marion
Niemals aufgeben!
Meine kleine Sari leidet gerade unter einem sehr heftigen Vestibularsyndrom. Vor ca zwei Wochen zeigte sie, als ich von der Arbeit nach Hause kam, alle beschriebenen Symptome. Zum Glück wußte ich über diese Krankheit Bescheid, daher blieb ich relativ ruhig - obwohl der Anblick schrecklich war. Leider hat es sie sehr heftig erwischt. Sie wurde sofort in der Klinik aufgenommen. Trotz Infusionen und vielen anderen Medikamenten verbesserte sich ihr Zustand nicht. In der Klinik konnten sie die Ursache einfach nicht finden. Es wurde sogar ein MRT gemacht und die Hirnflüssigkeit untersucht, um einen möglichen Hirntumor oder eine Hirnhautentzündung auszuschließen. Alles war in Ordnung. Ich war schon sehr verzweifelt und der Gedanke an Erlösung kam immer öfter.Doch seit gestern, also 10 Tage danach, kann sie wieder stehen und heute ist sie schon wieder gegangen... zwar noch wackelig und der Kopf ist noch sehr schief, aber sie macht große Fortschritte. Sie kann alleine fressen, trinken, Harn und Kot absetzen.Wenn alles gut geht, kann ich sie morgen nach Hause holen. Meine Tierärztin wird ihr dann zusätzlich noch alternative Medizin geben: TCM. Homöopathie, Akupunktur , und eventuell auch Osteopathie .
Ich möchte damit nur sagen, daß diese Symptome sehr heftig sein können und es manchmal nicht in 2-3- Tagen besser wird. Meine Kleine hat zwei Wochen gebaucht, um wieder so halbwegs auf die Pfoten zu kommen. Wenn alle möglichen schweren Ursachen ausgeschlossen werden können , und das Leiden des Hundes durch Medikamente gelindert werden kann ( Übelkeit, Schwindel), dann sollte man auf keinen Fall zu früh aufgeben!
Das geriarische vestibuläre Syndrom ist kein Todesurgeil
Vielen Dank für den tollen Artikel. Leider veranlasst diese Erkrankung auch Tierärzte dazu, alte Hunde einzuschläfern. Unser Rüde ist mit 15Jahren daran erkrankt, es kam wie aus dem Nichts während eines Spaziergang. Nachdem sich sein Zustand nicht bessere suchten wir eine Klinik auf, wo er über Nacht blieb. Trotz Infusionen verschlechterte sich sein Zustand, was wir auch auf die schlechte Unterbringung im Eck eines Raumes auf rutschigwn Boden zurückführen. Wir nahmen ihn mit nach Hause, wo er in einem dunklen Raum im Erdgeschoss untergebracht war. Unsere Hündin blieb bei ihm, mein Mann und ich wechselten uns mit der Betreuung ab. 2Mal täglich bekam er ca 1 Woche lang Infusionen intravenös mit Vit B, Anfangs hatte er grosse Schwierigkeiten geradeaus zu gehen, wir verwenden ein spezielles Brustgeschirr mit Griff, damit wir ihn notfalls vor dem Umfallen bewahren konnten und hängen darin das eine Ende der Leine ein, das andere befigten wir am Halsband. So konnte man ihn sanft die Richtung zeigen und zusätzlich hinten stabilisieren. Unsere Hündin bildete mit meinem Mann die Vorhut, so hatte er einen Orientierungspunkt, das half ihm sehr. Die Rekonvaleszenz dauerte lange, da die Symptome sehr ausgeprägt waren. Er musste vieles wieder neu erlernen. ZB das Schnüffeln, oder das Bein zu heben usw.. Das größte Problem war aber wohl die Futterverweigerung, selbst bei Schinken und Hühnchen drehte er den Kopf zur Seite. Erst ein Kräuter Präparat aus der TCM Medizin brachte den Durchbruch und ab da ging es rasant bergauf. Nach 6 Wochen war er wieder fit und spielte ausgelassen mit seiner Gefährtin.
Die Krankheit wird unterschiedlich behandelt, manche Ärzte geben Kortison subkutan, aber leider kenne ich auch Fälle in denen die Krankheit nicht erkannt wurdep9Rtb und die Hunde eingeschläfert wurden.
Vielen Dank für diesen Bericht
Hallo zusammen,
unsere Hündin ist 14 1/2 Jahre alt und ist heute plötzlich an den Symptomen erkrankt.
Der Tierarzt hatte schnell die Diagnose gestellt.
Unsere Hündin wiegt ca 30 kg und kann selber jetzt nicht mehr laufen und stehen, wir wissen nicht so richtig wie es mit der Kot Abgabe wird zum Urinieren tragen wir sie auf die Wiese und stützen sie aber leider gibt sie keinen Kot ab. Wie war das bei den anderen?
Vestibularsyndrom
Mein Hund befindet sich seit gestern in der Klinik.
Sie ist fast 13, DSH.
Es wurde das Vestibularsyndrom diagnostiziert.
Heute morgen mit der TÄ gesprochen, leider bisher keine Besserung der Symphtome trotz Infusion und Medikamente.
Laufen nur mit Unterstützung zu zweit einigermaßen möglich. Augenrollen nach wie vor.
Ich bin verzweifelt weil ich befürchte, dass es nicht besser wird und lt. TA sieht es nicht gut aus. Sie bleibt erstmal in der Klinik.
Eure Berichte machen mir wieder etwas Hoffnung.
Ich hatte bereits oft Drehschwindel, Schwank und Lagerungsschwindel, das ist das gleiche
Ich hatte bereits oft Drehschwindel. Wer den mal hatte, kann das was der Hund gerade durchmacht, gut verstehen. Hab den Tierarzt der Klinik gleich gefragt, wie es mit Vertigoheel aussieht... Die kannten das garnicht.. Mittlerweile verzweifel ich auch an Tierärzten, es gibt leider zuviele schlechte... Jedenfalls macht euch keine Sorgen, es wird wieder. Bei mir dauert es auch 1 Woche, in der es die ersten Tage heftig ist, dann besser wird. Auch ältere Menschen bekommen oft im Alter Drehschwindel... Ich habe auch immer eine dicke Spritze, nat. ohne Nadel Zuhause. Mit der gab ich meinem Hund dann Wasser, wenn ich gemerkt habe, dass er nicht trinken kann, oder zu wenig trinkt! Ich habe mir auf eb3ein Geschirr gekauft, ca.40€, mit Tragegriffen vorne und hinten. Und noch einen langen Gurt, um den Hund beim Gehen zu stützen. Funktioniert super. Außerdem hab ich den besten Hunde Wage der Welt von imopet! Hab viele probiert. Der ist leicht, kann man mit einer Hand fahren und zusammen legbar! Den hab ich schon so oft gebraucht, auch bei OPs oder anderen Krankheiten! So ausgestattet kann ich meinen Hund bestmöglich unterstützen und mich entlasten! Übrigens habe ich beides gebraucht für die Hälfte gekauft, ebay und ebay Kleinanzeigen ? man gibt soviel Geld für sich aus. Das ist wirklich gut angelegt!
Eins noch...
Wenn immer möglich, geht den Weg mit euren Tieren und gebt sie nicht in der Klinik ab, bleibt notfalls bei einer Infusion bei ihnen! Ich bin heute den ganzen Tag bei ihr gesessen und habe sie gehalten, gefüttert, etc. Sie hat immer nach Nähe verlangt und konnte sich erst dann entspannen. Beim Tierarzt oder in der Klinik ist für sie, aus Angst, die Höchststrafe. Stress fördert auch nicht gerade die Heilung. Sie bekommt ihre Spritzen und dann nehme ich sie wieder mit. Auf die Infusion habe ich verzichtet, ich schau, dass mein Hund genügend trinkt, notfalls geb ich ihr was mit ner dicken Spritze, ohne Nadel natürlich, ins Maul. Aber wenn sie eine bekäme, würde ich mich die Stunden zu ihr setzen. Sie ist in dem Zustand wie verwirrt und ich bin ihr Halt, das merke ich, da möchte ich sie nicht alleine lassen und hab einiges abgesagt. Sie fährt gerne Auto, zugedeckt in ihrem Bett geht es ihr gut und so ist kurz einkaufen etc kein Problem. Nehmt euch bitte wenn möglich ein paar Tage Urlaub und bleibt bei eurem Tier, gerade wenn es ihm am Anfang so schlecht geht, braucht es eure Nähe ❤️
Es wirkt schrecklich...
Mein Hund, fast 14, Bordercolli-Mischling, hat aktuell auch dieses Syndrom. Interessant dabei aber der Krankheitsverlauf. Ab Frühjahr 2020 öfter mal der Bauch durcheinander, aber nur einzelne Tage. Dennoch ungewöhnlich für diesen Hund. Vermehrtes Hecheln. Und einzelne Tage plötzlich mitten auf der Gassirunde ein Gegengewicht im Zug der Leine: der Hund wollte nicht so schnell. Konnte nicht so schnell. Das ganze einzelne Tage, dann wieder alles normal. Ich dachte an sich steigernde Sturheit, denn, stur war er immer schon mal. Ende Oktober, nach einer Woche bei meiner Schwester, hatte der Hund plötzlich geschwollene Augenlider. Noch eine Woche später ging es ihm merkwürdig. Er lahmte öfter. War insgesamt ruhiger. Anfang November heller Kot, Durchfälle, der Hund wirkte schlapp und krank. Seitdem zahle ich schon ein Vermöge in die Tierärzte. Denn laut Untersuchung eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Aber: Hundy und ich im Team haben es geschafft, die Werte wieder normal. Ich habe geheult vor Freude. Das Tier blühte wieder auf, rannte und sprang und freute sich des Lebens. Ich kochte weiter täglich für ihn, und geschafft hatte ich es mit Enzymen im Futter. Zwei mal dennoch: Durchfälle, dramatisch. Nachts um drei. Im Abstand von einem Monat. Interessanterweise jedes Mal am Vollmondtag. Die Tierärztin hörte sich alles noch mal an, was ich ihr aufgeregt schilderte, röntge das Herz: vergrößert. Also Antibiotika und fortekor plus. Ich verstand den Zusammenhang nicht und hatte Angst um mein Tier. Auf Nachfrage: die Lunge sieht komisch aus. Ich gab nichts davon, sondern wechselte den Tierarzt. Der sehr erfahren, machte Herzultraschall und röntge von oben. Am herzen habe der Hund angeblich nichts. Herzvergrößerung? Ach, kann ja immer schon gewesen sein. Lunge hat Schatten rundum. Wasser? Vermutlich Lungenentzündung. Dies alles innerhalb der letzten 5 Wochen. Zu Beginn dieser Wochen die ersten Anfälle. Karsivan half dann gut. Anfälle fast ganz weg, dann wirklich weg. Nach dem Röntgenbild aber die Antibiotika "Baytril flavour". Drei Tage lang als Spritze, danach 10 tage als 1 1/2 Tabletten. Nach 5 Tagen wurde der Hund depressiv, lustlos und müde, fing wieder an zu schwanken, nach 7 die Anfälle schlimmer denn je zuvor. Meine gesamte Nachbarschaft achtet schon auf den kranken Hund. Heute, 9. Tag, hat er keine Tablette mehr bekommen. Er frisst nicht mehr, und seit tagen auch nur aus der Hand, und ihm ist kotzschlecht. Im Beipackzettel von Baypril fand ich, dass Hunde mit solchen Anfällen diese Tabletten nicht bekommen dürfen. Wunderbar. -Ich habe das Gefühl, in beiden Gemeinschaftspraxen nur mein Geld gelassen zu haben. Ich weiß immer noch nicht wirklich, ob das arme Tier auch eine Herzinsuffizienz hat oder nicht und bin entsetzt darüber, wie unüberlegt Chemie eingesetzt wird. Auch das "sieht komisch aus" wirkt alles andere als kompetent. Laut meiner Internetrecherche aber ist es eindeutig das Vestibularsyndrom, allerdings krampfen auch enzelne Pfoten vorher. Und die Augen starren eher, als dass sie sich drehen. ---Als Hundehalterin habe ich zwei Diagnosen, die ich feststelle: Herzhusten, also muss er doch die Insuffizienz haben und das Vestibularsyndrom. Falls dies ein Tierarzt liest und hilfreiche Tipps geben kan: Liebend gerne. Denn Hundy steht morgens schwanzwedelnd auf, legt sich vor das Bett, dreht sich auf den Rücken und lässt sich ausgiebig den Bauch kraulen. Auch spielt er tageweise ganz ausgelassen, in der Wohnung ohne Anfall, draußen mit Anfall. Ansonsten kann er seit der Einnahme der Antibiotika draußen fast gar nicht mehr laufen, so taumelt er. Fazit: der hat so einen Lebensmut und -willen, ich lasse ihn nur gehen, wenn das alles nicht mehr ist. Und das ist, noch nicht gekommen.
Aktuell betroffen
Meine 8 jährige Franz. Bulldogge Emmi hat es seit gestern...es fing am Sonntag mit zittern der Hinterbeine ein und ich dachte es wäre der Rücken weil sie auch nicht aufs Sofa springen wollte ist dann aber die Treppen gelaufen also konnte ich Rücken ausschließen. Man hat ihr angesehen, dass es ihr schlecht geht...gestern fing es dann mit einer schiefen Kopfhaltung an da dachte ich an das Ohr und hab es gereinigt. Dann habe ich einen Termin beim TA gemacht da ich gesehen habe, dass sie sich nicht fühlt...und vom einen auf den anderen Moment fing sie plötzlich an zu schwanken und konnte den Kopf nicht halten der wackelte ganz schön...ich also den Hund geschnappt und vor meinem eigentlichen Termin als Notfall zum TA. Dieser hat sie untersucht, hohes Fieber festgestellt und ein geschwollenes innenohr. Sie hat ihr dann zwei spritzen gegeben...vor lauter Aufregung weiß ich nur noch Antibiotika...als wir wieder zu Hause waren ist mir aufgefallen, dass ihre Augen „wackeln“ also direkt wieder beim TA angerufen und gesagt, dass ich nochmal komme...dann wurde ihr Blut abgenommen und Kortison gespritzt. Die Nacht verlief zum Glück ruhig. Heute Morgen war es schon etwas besser...sie konnte zwar noch immer nicht alleine laufen aber das hat sich im laufe des Tages verbessert...schwankend aber ohne umfallen. Heute Nachmittag hatten wir einen neuen Termin und dort hat sie eine Infusion und noch einmal Antibiotika bekommen. Seitdem geht es ihr viel besser sie läuft noch sicherer, kann ihren Kopf wieder kontrollieren und die Augen flackern auch nicht mehr so dolle. Morgen gehen wir wieder zum TA für eine erneute Infusion. Wir sind auf einem super weg und ich bin sicher, dass Emmi wieder ganz die alte wird ?? Der erste Riesen Schreck ist überstanden und ich bin sehr beruhigt weil die Therapie so gut anschlägt. Eben wollte sie sogar nochmal raus gehen trotz Zugang im Bein ?
Hoffnung
Wir sind gerade mittendrin. Unser 13jähriger Lakelandterrier hat vor zwei Tagen urplötzlich alle Symptome gezeigt; Erbrechen, speicheln, Rundlauf, zittern, Augendrehen und konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Wir kannten das alles nicht, der Anblick war schrecklich. Wir haben ihn sofort zur Tierärztin gebracht, wo er Infusionen bekam. Das Blutbild ist unauffällig. Wir haben ihn nach Hause genommen und später am Tag nochmals beim Tierarzt eine weitere Infusionen gegeben. Wir fütterten von Hand, Wasser geben wir mit einer Spritze. Heute, nach zwei Tagen hat sich sein Zustand etwas gebessert. Die Berichte auf dieser Seite geben uns Hoffnung! Es wird wohl noch etwas dauern, wir geben ihn nicht auf.
Vestibulärsyndrom
Hallo zusammen
Mein alter Hund hatte mit 13 Jahren das Vestibulärsyndrom. Der Tierarzt hat ihm dann ein Mittel gegen den Brechreiz gespritzt und Ruhe verordnet. Zusätzlich muss er nun jeden Tag bis zu seinem Lebensende einen Blutverdünner nehmen (Propentotab) . Ebenfalls ging ich mit ihm in die Osteopathie gegen den krummen Hals. Das hat ihm sehr geholfen. Leider kam der krumme Hals aber immer wieder zurück. Wir haben dann mit den Medikamenten Onsior und Gabapentin hingekriegt, dass der Schiefhals weggegangen ist. Dann wurden diese zwei Medikamente wieder abgesetzt. Und jedesmal wenn ich bemerke, dass es wieder anfängt, gebe ich ihm diese zwei Medikamente ein paar Tage lang. So kann ich verhindern, dass es wieder ganz schlimm kommt mit Schwinkel, Augendrehen etc. Ich hoffe, das hilft bei euren Vierbeinern auch.
Liebe Grüsse
Nicole