Tiere im Raucherhaushalt – Die gefährdeten Passivraucher

Rauchen ist schädlich, das weiß eigentlich jeder. Aber was bedeutet es für Dein Tier, wenn es in einem Rauchhaushalt lebt und Passivraucher ist? Unsere Hunde und Katzen suchen sich nicht aus, ob sie mitrauchen wollen oder nicht, sie sind Passivraucher. Heute erkläre ich Dir, warum Passivrauchen für Dein Tier gefährlich ist und welche Erkrankungen durch die zurückbleibenden Giftstoffe entstehen können.

Passives Rauchen ist bewiesen schädlich

Laut dem „National Institutes of Health“ gibt es unveröffentlichte Studien der Philip Morris Tobacco Company, die eindeutig belegen, wie gefährdet Passivraucher sind: Der Rauch, der entsteht, wenn eine Zigarette angezündet wird, enthält viermal so viele Toxine wie der Rauch, den der Raucher nach der Inhalation ausatmet.

Während also die Zigarette langsam verglüht, ist der Rauch, der dadurch entsteht, die eigentliche Gefahr für Mensch und Tier. Das hängt mit folgenden Erhitzungsvorgängen zusammen: Mit dem Anzünden einer Zigarette wird der Tabak bei einer niedrigeren Temperatur verbrannt als beim Inhalieren des Rauches. Das bewirkt, dass der Rauch, der permanent direkt aus der Zigarette strömt, aufgrund einer unvollständigen Verbrennung eine höhere Konzentration an Giftstoffen aufweist. Dies ist der Schlüssel zum Verständnis, warum Passivraucher so gefährdet sind.

Was ist „Dritter Rauch?“

Die Rückstände, die Raucher ausatmen und Passivraucher ein, werden als „der Dritte Rauch“ bezeichnet. Nicht nur der gefährliche, ausströmende Rauch der Zigarette, sondern auch dieser Dritte Rauch gefährden die Tiere, die in einem Raucherhaushalt leben und damit Passivraucher sind.

Die Rückstände der toxischen Verbindungen, die ausgeatmet werden, lagern sich auf Haut und Kleidung, sowie auf Einrichtungsgegenständen und Teppichen ab. Hunde und Katzen verbringen viel Zeit auf dem Boden, wo sich Tabakrauchrückstände auf Möbeln und im Hausstaub konzentrieren. So gelangen diese in das Fell Deines Tieres.

Hunde, Katzen und Kinder atmen nicht nur die schädlichen Stoffe ein, Haustiere lecken sie auch von Händen, Haaren, Haut und Kleidung ab. Dies ist eine neue Dimension des Passivrauchens. Denn je gründlicher ein Tier sich selbst reinigt, desto mehr toxische Rückstände wird es in sich aufnehmen. Das betrifft insbesondere Katzen.

Warum ist Rauchen besonders gefährlich für Katzen?

Katzen sind äußerst reinliche Tiere und verbringen mehrere Stunden am Tag damit, sich ausgiebig zu putzen. Hunde sind hier anders. Sie lecken und putzen sich nur, wenn sich etwas Unangenehmes auf Haut und Fell befindet. Dazu kommt es bei Parasiten, Verletzungen oder allgemeinem Juckreiz, aber auch, wenn Dein Vierbeiner nass oder dreckig geworden ist.

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Für Deine Katze ist das Putzen jedoch lebenswichtig. Es befreit ihr Fell von Schmutz, losen Haaren und Parasiten. Die Talgdrüsen, die sich an den Haarwurzeln befinden, werden ebenfalls durch das Lecken angeregt. Diese sondern Fett ab, das das Fell imprägniert, also wasserdicht macht. So ist Dein Tier bei Regenwetter vor Durchnässung und Auskühlung geschützt. Der Speichel auf dem Fell dient im Sommer zudem der Temperaturregulierung: Wenn er verdunstet, entsteht Kälte und Deine Katze läuft weniger Gefahr, einen Hitzschlag zu bekommen. Die Katzenwäsche entspannt und beruhigt die Stubentiger und baut Stress ab.

Welche Auswirkungen hat Passivrauchen auf Katzen?

In einer rauchbelasteten Umgebung lagern gefährliche Karzinogene. Weil Katzen das schädliche Nikotin über die Zunge aufnehmen, sind sie besonders gefährdet. Das Nikotin sammelt sich im Fell.

Ich habe selbst die Erfahrung gemacht wie eine Katze aussieht, die aus einem starken Raucherhaushalt kommt und Passivraucher war: Unsere Familienkatze stammt aus dem Tierschutz. Dort lebte sie auf einer Pflegestelle und in einem Raucherhaushalt. Die Katze ist eigentlich schwarz-weiß, zu mir kam sie schwarz-gelb. Sie stank nach kaltem Rauch, das Fell war speckig, rau und glanzlos. Sie hatte richtig Stress, putzte sich permanent um das Nikotin aus dem Fell zu bekommen. Leider nehmen die reinlichen Samtpfoten auf diese Weise bei der täglichen Fellpflege das Gift mit der rauen Zunge auf. So gelangt es in den Körper und in den Magen-Darm-Trakt Deines Tieres.

Dass deine Katze Passivraucher ist, führt aber auch zu Problemen mit den Schleimhäuten der Augen sowie des Nasen- und Rachenraumes und des Halses. Hinzu können ein geschwächtes Immunsystem sowie eine gestörte Kommunikation mit Artgenossen kommen, da der Geruch des Zigarettenqualms den eigenen Körpergeruch Deiner Katze überlagert.

Bei Stubentigern, die Passivraucher sind, erhöht sich das Risiko, an Lymphknotenkrebs zu erkranken um etwa das Doppelte. Leben zwei Raucher im Haushalt, ist das Krebsrisiko sogar viermal so hoch wie in einem Nichtraucherhaushalt. Die Tiere haben außerdem ein vierfach höheres Risiko, einen aggressiven Mundkrebs, der Plattenepithelkarzinom genannt wird, zu bekommen. Auch Lungenkrebs bei Katzen tritt vermehrt bei Tieren auf, die von ihren Haltern dem Passivrauchen ausgesetzt werden.

Sind Hunde auch vom Rauch betroffen?

Hunde filtern einen Teil der Toxine durch ihre Nasen aus dem Tabakrauch. Sie nehmen auch nicht so viele Giftstoffe auf wie Katzen, da sie sich seltener putzen. Somit sind sie als Passivraucher vor Lungenkrebs geschützt, aber tendieren umgekehrt dazu, Nasenkrebs zu entwickeln. Je nachdem, welche Nase Dein Hund hat, ist seine Gefährdung unterschiedlich groß für bestimmte Erkrankungen. Hunde mit kleineren Nasen filtern weniger Karzinogene und haben somit ein höheres Risiko für Lungenkrebs, wenn sie Passivraucher sind.

Jeder Raucher sollte auf die Tiere, mit denen er zusammenlebt, Rücksicht nehmen. Bist du selbst Raucher mache Dir bewusst, dass passives Rauchen genauso gefährlich eingestuft wird wie aktives Rauchen. Dein Haustier ist dem Nikotin und allen anderen Giftstoffe, die dem Tabak beigemischt werden, unmittelbar ausgesetzt. Für den Raucher bleiben sie meist im Filter zurück, aber Dein Liebling atmet sie ein oder leckt sie auf. Wer sein geliebtes Haustier vor den Folgen des schädlichen Passivrauchens schützen will, sollte also zum Rauchen besser an die frische Luft gehen - oder idealerweise ganz aufhören.

Was sind Deine Erfahrungen mit Tieren in Raucherhaushalten? Berichte uns davon in den Kommentaren.

Viele gesunde Sommertage an der frischen Luft!
Eure Angelica


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