Magendrehung beim Hund – wenn ein Albtraum wahr wird

Magendrehungen kommen leider bei Hunden immer wieder vor. Diese Erkrankung ist dramatisch für Deinen Vierbeiner, weil hier wenige Minuten über Leben und Tod entscheiden können. Unsere Tierheilpraktikerin Angelica erklärt Dir heute die Anzeichen einer Magendrehung und gibt Dir Ratschläge wie Du Vortreffungen für den Notfall treffen kannst.

Was passiert bei der Magendrehung des Hundes?

Der Magen Deines Hundes ist mit einigen Bändern in seinem Bauchraum befestigt. Es ist aber genügend Platz vorhanden, um eine mögliche Ausdehnung des Magens bei der Nahrungsaufnahme zu ermöglichen. Bei der Magendrehung dreht sich dieser nun entweder um die Längsachse (Torsio) oder die Querachse (Volvulus). Dabei werden wichtige Blutgefäße und Nerven abgedrückt. Der Magen Deines Tieres wird in Folge dessen nicht länger durchblutet. Außerdem wird die eng mit dem Magen verbundene Milz verlagert.

Die Magendrehung beim Hund ist immer ein akuter und ernstzunehmender Notfall, der ohne Umschweife behandelt werden sollte. Bei einer Magendilatations-Torsion oder einem Volvulus-Komplex (MDTV), wie die Magendrehung noch genannt wird, sollte der Hund ohne Zeitverzögerung in die nächste Klinik gebracht werden.

Welche Hunde sind am häufigsten von einer Magendrehung betroffen?

Nicht alle Rassen sind gleich stark gefährdet, an einer Magenumdrehung zu erkranken. Kleinere oder mittelgroße Rassen leiden deutlich seltener unter dieser Krankheit als große. Dies hängt damit zusammen, dass bei großen Hunden, die im Vergleich zum Bauchumfang eine breite Brust aufweisen, im Magen oft mehr Spielraum vorhanden ist – also auch mehr Beweglichkeit, die eine Drehung ermöglicht. Auffällig häufig werden folgende Rassen mit dem Befund der Magendrehung in die Klinik eingeliefert: deutsche Doggen, Rottweiler, Schäferhunde, Dobermänner, Boxer, Bernhardiner, Molosser-Rassen und auch Setter (Irish Setter, Gordon Setter) sowie Mischlinge aus diesen Rassen betroffen. Zusätzlich lässt sich beobachten, dass das steigende Alter Deines Hundes das Risiko für diese Erkrankung erhöht. Grund dafür ist die nachlassende Festigkeit und Flexibilität seines Bindegewebes.

Ursachen der Magendrehung bei Hunden

Die Frage nach den Ursachen der Magendrehung ist kompliziert und wird kontrovers im Netz und unter Experten diskutiert. Die Auffassung, dass Hunde nach dem Fressen nicht toben dürfen, ist mittlerweile veraltet. Sicher ist, dass eine Aufgasung des Magens der Magendrehung vorangeht.

Wie kann ich als Hundehalter einer Magendrehung vorbeugen?

Da die Ursachen noch unerforscht sind und auch Tierärzte unterschiedliche Meinungen zu den Gründen einer Magendrehung haben, ist ein präventives Verhalten als Hundehalter schwierig. Meiner Meinung nach verringert sich das Risiko dieser Krankheit, wenn Du die Mahlzeiten für Deinen Liebling aufteilst anstatt ihn nur einmal am Tag zu füttern. Ich kenne aber auch Riesenrassen, die nur eine Mahlzeit pro Tag erhalten und nie an einer Magendrehung litten. Schwer verdauliches Futter oder gemischte Futterbestandteile, die Blähungen hervorrufen können, wirken sich allerdings sicher schädlich aus. Aufgasungen, die so entstehen, können die Vorboten einer Magendrehung sein.

Woran erkenne ich eine Magendrehung bei meinem Hund?

Für Hundehalter ist es entscheidend, dass sie eine Magendrehung erkennen können, wenn sie auftritt. So kannst Du schnell handeln und Deinem Liebling im Zweifelsfall das Leben retten. Dies sind Zeichen für eine mögliche Magendrehung:

  • Unruhe Deines Tieres
  • Bedürfnis nach kühlen Stellen
  • Versuche, sich zu übergeben
  • Auffälliger Speichelfluss
  • Stöhnen, Hecheln, schwere Atmung
  • Häufiges Kot ablassen
  • Schneller, flacher Puls
  • Verharren an einer Stelle
  • Sägebockartige Stellung
  • Aufgeblähter Bauch
  • Blasse Schleimhäute
  • Drohender Kreislaufkollaps

Der aufgeblähte Bauch ist das allerletzte Signal, das Du nicht übersehen solltest. Im Idealfall erkennst Du die anderen Anzeichen bereits vorher. Dein Hund lässt sich dann wahrscheinlich auch nicht mehr anfassen.

Was tun mit meinem Hund im Notfall?

Wenn Du die Symptome für eine Magendrehung zu erkennen glaubst, solltest Du keine Zeit verlieren. Der Weg in die Klinik ist unabdingbar, da nicht jeder Tierarzt die nötige OP leisten kann. Als Hundebesitzer solltest Du deswegen bereits die Adresse einer Tierklinik zur Hand haben. So sparst Du im Notfall wertvolle Zeit und kannst Deinen Liebling direkt einliefern.

Was geschieht bei einer Magendrehung in der Klinik?

Hast Du mit Deinem Hund die Klinik erreicht, ist der wichtigste Schritt getan und Du kannst Dein Tier den Fachärzten überlassen. Sei nicht verwundert, wenn es sich dabei in der Regel um eine sehr emotionslose Übergabe handelt – wichtig ist, dass hier schnell gehandelt wird. Danach beginnt für Dich die Zeit des Wartens. Oftmals hat die Klinik keine Zeit mehr für eine detaillierte Diagnose, dann entfällt sogar das Röntgen.

Anschließend beginnt die OP. Wenn der Verlauf der Magendrehung bereits fortgeschritten ist, kann diese aufwendig werden. Teilweise abgestorbene Teile der Magenwand Deines Hundes und auch die Milz müssen in manchen Fällen entfernt werden. Das senkt leider aber auch die Überlebenschance dieser Hunde.

Am Ende der OP wird mittlerweile standardmäßig bei einer Magendrehung eine permanente Gastropexie von den Ärzten durchgeführt. Bei dieser wird ein bestimmter Teil des Magens Deines Vierbeiners an der (meist rechten) Bauchseite angenäht. Der Magen Deines Hundes wächst an der Bauchwand an und eine erneute Drehung kann so verhindert werden. Dies nennt man Gastropexie und gehört üblicherweise zum Standardprogramm bei einer Magendrehung dazu. Denn Hunde, bei denen die Gastropexie ausblieb, erlitten zu 80% erneut an einer Magendrehung. Das klärst Du am besten kurz mit dem behandelnden Tierarzt in der Klinik ab.

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Welche Nachsorge ist für meinen Hund nach der OP wichtig?

Nach der OP muss Dein Hund vor allem geschont werden. Außerdem erhält er eine „leichte Kost“ (Schonkost), die Du auf mehrere kleine Mahlzeiten täglich verteilen kannst. Diese spezielle Ernährungsweise ist für zwei bis drei Wochen wesentlich, um die Heilungschancen Deines Vierbeiners zu sichern.

Für eine Magendrehung ist entscheidend, dass sich der Hundehalter gut mit den Symptomen der Krankheit auskennt. Nur Du alleine hast es in der Hand, Deinen Vierbeiner rechtzeitig in die Klinik zu bringen und ihn so zu retten.

Musstest Du schon einmal den Albtraum Magendrehung mit Deinem Vierbeiner durchstehen? Und welche Präventiv-Maßnahmen helfen Deiner Meinung nach? Erzähle uns davon in den Kommentaren.

Ich wünsche Euch, dass Ihr und Eure Hunde, diese Situation nicht durchleben müsst, oder dass Eure Vierbeiner schnell wieder genesen!

Eure Angelica


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